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Herr und Frau Streifeneder stehen an den Streifender Bus
Alte Streifeneder Rollstühle

Von den Bruchbändern eines Handlungsreisenden zu einem weltweit tätigen Unternehmen mit 700 Mitarbeiter:innen: Die Leidenschaft für technische Tüfteleien gepaart mit dem Ziel, Menschen wirklich weiterzubringen, zieht sich durch unsere Geschichte. Handwerk und Menschlichkeit – das ist Streifeneder.

alter Zeitungsausschnitt von dem 50. Streifeneder Firmenjubiläum

Wichtige Ereignisse im Überblick

1928 · Lebensrettende Bruchbänder und eine Firmengründung

Heute kaum zu glauben – früher bedeutete ein Leistenbruch oft das Todesurteil. Patient:innen wurden oft nicht älter als
50 Jahre. Das war der Antrieb, aus dem Friedrich Georg Streifeneder ein Bruchband entwickelte und patentieren ließ.
Seine vorgeschnittenen Bruchbänder wurden damals mit dem Rad an Näherinnen im Ort ausgeliefert, dort fertiggestellt
und später wieder eingesammelt.

Als Handlungsreisender vertrieb Friedrich Georg Streifeneder die „Bruchbandpelotten“ in ganz Deutschland, Österreich
und der Schweiz und gründete schließlich gemeinsam mit seiner Frau Lilli die Firma Streifeneder.

Übrigens: Bruchbänder werden bei Streifeneder heute zwar nicht mehr selbst gefertigt, aber weiterhin in den Sanitätshäusern abgegeben und angepasst.

1945 · Versorgung nach dem Krieg

Kriegsversehrte sorgten für einen Ansturm auf die Orthopädiewerkstätten – der Bedarf an Prothesen war riesig. Bei Streifeneder wurden die Prothesen passgenau auf Kopierfräsen angefertigt, die ursprünglich für die Fertigung von Heiligenfiguren gedacht waren. Damit konnten unzählige Prothesen in kurzer Zeit hergestellt und viele Menschen versorgt werden, zum Beispiel im Krankenhaus Bad Tölz. Bernd Streifeneder, der Sohn von Lilli und Friedrich Georg, war in die Versorgungen direkt eingebunden – arbeitete er doch damals selbst in der Werkstatt Bad Tölz.

Übrigens: Viele der bei Streifeneder betreuten Verletzten stammten aus Finnland und sprachen ausgezeichnetes Englisch – was die Englischkenntnisse der Belegschaft stark aufpolierte.

1968 · Ein echter Glückstreffer

Der Erfolgsschlager Streifylen war eine zufällige Entdeckung: Bernd Streifeneder experimentierte mit Verpackungsmaterial aus einer Gipslieferung, das sein Interesse geweckt hatte. Die weiße Kunststoffplatte ließ sich wunderbar unkompliziert zu einer Orthese verformen. Eine Sensation – mussten Orthesen doch bis dato aufwendig gegossen werden. Streifylen bewährt sich in der Orthopädietechnik bis heute, weil es so einfach zu verarbeiten ist.

1972 · Die Geburtsstunde der Rehatechnik

In den 70er Jahren schlug das Herz der deutschen Orthopädietechnik bei Streifeneder: Die Klinik Murnau war auf der Suche nach einem Versorger und wurde bei Streifeneder fündig. Robert Streifeneder, der damalige Geschäftsführer, entwickelte individuelle Rollstühle – zu der Zeit eine absolute Neuheit, verglichen mit den klobigen Standardrollis. Die Rehatechnik in Deutschland war geboren. Bis heute feiert dieser Bereich große Erfolge.

1992 · Eine Entdeckung und ein großer Fehler

Schuheinlagen aus Weichschaum, die nicht drücken: eine Erfindung von Bernd Streifeneder, der von einem Orthopäden damit beauftragt wurde. Dessen ältere Patient:innen taten sich nämlich mit den harten Einlagen im Schuh wirklich schwer. Das neue Ausgangsmaterial war ein voller Erfolg: Die Weichschaumeinlagen kamen gut an.

Streifeneder verzichtete jedoch auf eine Patentierung. Aus heutiger Sicht ein großer Fehler: Weichschaumeinlagen machen inzwischen einen enormen Anteil aller verkauften Einlagen aus.

Wohnen und Arbeiten

In der Nachkriegszeit gab es neben einem großen Bedarf an Orthopädietechniker:innen auch sehr viele Geflüchtete unterzubringen. Streifeneder hatte sowohl Arbeitsplätze als auch Unterkünfte: So fand die Firma problemlos genügend Personal.

Wohnungsbau ist bei Streifeneder auch heute noch wichtig; bei jedem größeren Bauprojekt werden Apartments mitgeplant. Ein besonderer Mikrokosmos: das Stammhaus in der Rottmannstraße, in dessen Wohnungen über dem Sanitätshaus von Anfang an ausschließlich Familienmitglieder und Angestellte leben.

Ehemalige Streifender Mitarbeiterinnen stehen vor einem Laden altes Streifeneder Gebäude
Altes Streifeneder Gebäude

Das Nest der Orthopädietechnik

Ausbildung – seit 1945 ein Herzensthema bei Streifeneder. Denn wie bekommt man besseren Nachwuchs, als wenn man ihn selbst ausbildet? Viele Generationen Orthopädietechniker:innen aus dem Raum München haben ihr Handwerk bei Streifeneder gelernt.

Mit der ortho.production Academy bietet Streifeneder heute sogar Weiterbildungen für Ausgelernte an – übrigens auch für die Konkurrenz, denn das Credo lautete damals wie heute: „Alle dürfen zu uns kommen!“

Innenaufnahme eines alten Streifeneder Sanitätshauses

Fehlschläge und ein wichtiges Prinzip

Nicht alles ging glatt in der Geschichte von Streifeneder – es gab Glück und Pech, kleinere und größere Fehlentscheidungen, und das fehlende Patent für die Weichschaumeinlagen ist nur eines der Beispiele. Doch die Prämisse „Fehlschläge dürfen nur so groß sein, dass man sie überlebt“ gilt bis heute: Ein Gleichgewicht zwischen Risiko und Vorsicht, Mut ohne Leichtsinn, das sind die Streifeneder-Prinzipien für gutes Wirtschaften.

In die Welt hinaus

Einfach machen – das gilt bei Streifeneder zum Beispiel auch beim Export. Schon früh wurden Länder beliefert, die anderen Firmen zu kompliziert waren: Die Mitarbeiter:innen bei Streifeneder arbeiteten sich pragmatisch in die schwierigsten Regelwerke ein, um Hilfsmittel weltweit zu versenden.

Manchmal auch ganz persönlich: So wurde der Großeinkauf einer vorderasiatischen Königsfamilie von Streifeneder direkt zum Privatjet ans Rollfeld des Münchner Flughafens geliefert. Dass der Gepäckraum zu dem Zeitpunkt schon voll war – kein Problem: Der Jet kam nach dem ersten Flug einfach wieder zurück nach München, um die Hilfsmittel abzuholen.

altes Streifender Gebäude Mitarbeiterin steht vor einem alten Streifender Sanitätshaus

Emmering und viele neue Ideen

Gebäuder der Streifender Rehatechnik
Austellung von Produkten der Streifeneder Gruppe Flagge mit Streifender-Logo

Das neue Betriebsgelände in Emmering bot ab 1993 viel Platz für das wachsende Unternehmen. Produktion, Vertrieb und Dienstleistungen wurden und werden stetig ausgebaut; weitere Sanitätshäuser und Werkstätten in Südbayern kamen dazu. Bis heute lässt sich Streifeneder immer wieder etwas Neues einfallen – für die Orthopädietechnik und vor allem für die Menschen, die damit arbeiten oder versorgt werden.

Stetiges Wachstum

Heute zählt die Streifeneder Unternehmensgruppe mit über 600 Mitarbeiter:innen zu den großen regionalen Arbeitgebern im Raum Fürstenfeldbruck. Die Entstehung der ortho.production Academy, die Integration der Zentralen Einlagenfertigung am Standort Emmering und viele neue Beteiligungen sorgten für konstanten, organischen Zuwachs. Sichtbar wird diese Entwicklung auch am Gebäudebestand der Firmenzentrale in der Moosfeldstraße: Es vergeht kaum ein Jahr, in dem nicht an-, um- oder neu gebaut wird.

Streifender Neubau