
Diabetischer Fuß
Diabetes hat Auswirkungen auf den ganzen Körper. Ständig erhöhte Blutzuckerwerte verschlechtern die Durchblutung und schädigen die Nervenbahnen.
Dabei können Zehen und Füße langsam gefühllos werden; Reize wie Schmerz, Druck oder Temperatur werden schlechter oder gar nicht mehr wahrgenommen. Offene Stellen können entstehen, die nur schwer abheilen. Man spricht dabei vom diabetischen Fußsyndrom.
Werden Komplikationen zu spät erkannt und nicht ausreichend behandelt, wird im schlimmsten Fall eine Amputation von Zehen oder Fuß notwendig. Deshalb ist es wichtig, die eigenen Füße gut im Auge zu behalten, regelmäßig zu pflegen und im Zweifel frühzeitig ärztliche Beratung in Anspruch zu nehmen.
Diabetesberatung
Bei Streifeneder erhalten Sie als Patient:in gezielte Unterstützung: Unsere geschulten Mitarbeiter:innen beraten Sie persönlich und kompetent mit Tipps für den Alltag und versorgen Sie mit ärztlich verordneten Hilfsmitteln.
Stets im Mittelpunkt: die Gesundheit Ihrer Füße. Mit unserer spezialisierten Druckanalyse machen wir erhöhten Druck sichtbar. Wir erhalten objektive Ergebnisse, mit denen Ihre Versorgung verbessert werden kann. Ihre Füße sind bei uns in guten Händen – wir kennen uns aus und kümmern uns um Sie!
Diabetischer Fuß: Ursachen
Bei der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus bildet die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr (Typ 1) oder der Insulinbedarf übersteigt die Produktion (Typ 2). Die Folge: Der Blutzuckerspiegel steigt an. Ist der Blutzucker dauerhaft erhöht, können Gefäße und Nervenbahnen Schaden nehmen. Die Schädigung der Nerven kann zu Fehlstellungen führen und das Schmerzempfinden verringern: Patient:innen bemerken Druckstellen, Blasen oder Verletzungen an den Füßen oft erst spät.
Besonders wichtig ist deshalb die tägliche Selbstinspektion der Füße.
Die Ursache für ein diabetisches Fußsyndrom ist entweder eine Polyneuropathie, bei der die Reizweiterleitung der Nerven geschädigt ist, oder in selteneren Fällen eine Durchblutungsstörung (Angiopathie).
Risikofaktoren, die ein diabetisches Fußsyndrom begünstigen:
- Adipositas
- ungesunde Ernährung
- Bewegungsmangel
- Bluthochdruck
- fehlende Aufmerksamkeit für die Füße
Diabetischer Fuß: Symptome
Das diabetische Fußsyndrom hat Symptome, auf die Patient:innen achten sollten. Je früher Anzeichen bemerkt werden, desto höher ist die Chance, Folgeschäden zu vermeiden. Folgende Beschwerden können ein Hinweis sein:
- Fuß fühlt sich immer warm an, ist geschwollen und wirkt aufgebläht (Angiopathie)
- Fuß fühlt sich kühl an, Haut ist blass, bläulich, hat rote Flecken oder wird sogar schwarz (Polyneuropathie)
- verringerte Wahrnehmung von Schmerzen und Empfindungen (Wärme, Kälte, Druck)
- Fuß fühlt sich taub an oder kribbelt
- Fehlstellungen wie Krallenzehen oder Hallux valgus
- verstärkte Schwielenbildung
- Blutergüsse oder Druckstellen (v. a. bei Fehlstellungen)
- schlecht heilende Wunden (v. a. an Fußsohle, Zehen und Ferse)
Diabetischer Fuß: Frühstadium
Diabetes verläuft immer schleichend. Vor allem im Frühstadium ist der diabetische Fuß deshalb schwer zu erkennen. Zu Beginn sind die Anzeichen oft vage und können sich auf trockene Füße und vermehrte Hornhaut beschränken. Zunehmende Fehlstellungen, vor allem an den Zehen, können ein wichtiger Hinweis sein. Entsteht eine Wunde, sollten Patient:innen sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Untersuchung und Diagnose
Diabetiker:innen benötigen regelmäßige ärztliche Kontrollen – am besten bei erfahrenen Diabetolog:innen. Dabei werden die Füße genau betrachtet (Inspektion) und die Patient:innen nach Beschwerden, Vorerkrankungen, täglichen Gewohnheiten und Routinen befragt. Ergänzend erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der auch die Füße im Fokus stehen:
Palpation
Beim Abtasten lassen sich erste Anzeichen von Durchblutungsstörungen oder Nervenschädigungen erkennen. Dabei werden auch die Fersenpulse getastet.
Monofilament
Mit einem Kunststofffaden wird die Hautempfindlichkeit getestet. Dabei wird der Faden an die Fußsohle gedrückt und knickt ab. Bei gesunden Füßen ist der Druck spürbar. Nehmen Patient:innen hingegen nichts wahr, ist die Empfindlichkeit gemindert.
Kalt-warm-Test
Mit einem speziellen Stift bzw. verschiedenen Materialien (Plastik oder Metall) wird überprüft, ob Patient:innen Temperaturunterschiede an den Füßen spüren.
Knöchel-Arm-Index
Mit dem Knöchel-Arm-Index – auch „ankle-brachial-index“ (ABI) genannt – wird die Durchblutung der Beine untersucht. Ärzt:innen messen den Blutdruck im Oberarm und oberhalb des Sprunggelenks. Unterschiedliche Werte können auf eine Durchblutungsstörung hinweisen.
Duplex-Ultraschall
Ein Ultraschall gibt Aufschluss über mögliche Durchblutungsstörungen.
Wunddokumentation
Bei vorhandenen Wunden werden wichtige Befunde wie Größe, Lage und Tiefe festgehalten und per Foto dokumentiert. Außerdem wird ein Abstrich genommen, der Hinweise auf eine mögliche Infektion geben kann.
Blutuntersuchung
Das Blut wird auf Entzündungswerte kontrolliert und der Langzeitblutzucker (HbA1c) bestimmt.
Vorbeugung
Bei bekanntem Diabetes ist Vorbeugung extrem wichtig. Mit sorgfältiger Pflege, Kontrolle, Vorsicht und der frühzeitigen Anbindung an eine podologische Praxis tragen Patient:innen langfristig dazu bei, dass die Füße gesund bleiben. Achtung: Schon kleinste Verletzungen und Druckstellen sollten ernst genommen und in einer ärztlichen Praxis vorgestellt werden! Wichtig sind außerdem ein gesunder Lebensstil und die Behandlung von Begleiterkrankungen.
Außerdem helfen diese Maßnahmen:
Regelmäßige Kontrolle der Füße
Patient:innen sollten ihre Füße täglich selbst überprüfen und in regelmäßigen Abständen durch Fachpersonen untersuchen lassen: zum Beispiel Allgemeinärzt:innen, Diabetolog:innen, Gefäßspezialist:innen und Podolog:innen; bei vorhandener Schuhversorgung auch in der Orthopädieschuhtechnik.
Sorgfältige Fußpflege
Zur regelmäßigen Routine zählen lauwarme Fußbäder und fettreiches Eincremen. Wichtig: Die Nägel sollten gerade und nicht zu kurz geschnitten werden, da sie sonst das Gewebe verletzen können. Kleine Wunden immer sofort desinfizieren und ärztlich kontrollieren lassen!
Diabetiker-Socken
Diabetiker-Socken verringern den Druck in Unterschenkel und Fuß, verhindern Blasenbildung auf der Hautoberfläche und minimieren die Ansammlung von Feuchtigkeit. Die Socken sind sehr dehnbar, extra breit verfügbar und ohne Nähte oder Gummi, um Druck und Reibungsstellen zu vermeiden.
Schuhe und Einlagen
Die Zehen brauchen ausreichend Platz. Ein zu enger Schuh kann für Diabetiker:innen gefährlich sein. Druck- und Reibungsstellen können entstehen, die möglicherweise unbemerkt bleiben. Die Schuhe sollten möglichst ohne Nähte verarbeitet sein.
Angepasste Schuheinlagen sollten präventiv getragen werden. Sie helfen, den Druck auszugleichen und korrigieren mögliche Fehlstellungen. So sinkt von Anfang an das Risiko für Druckgeschwüre und Verletzungen. Bettungseinlagen können frühzeitig zum Einsatz kommen, solange noch eine Restsensibilität in den Füßen vorhanden ist. Wichtig: Die Einlagen müssen regelmäßig überprüft und ausgetauscht werden!
Ernährungsberatung
Eine gesunde Ernährung kann Folgeschäden vorbeugen und unterstützend auf die Wundheilung wirken. Der Speiseplan sollte ballaststoffreiche Gerichte und reichlich Omega-3-Fettsäuren enthalten.
Diabetischer Fuß: Behandlung
Die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms hängt vom zugrunde liegenden Mechanismus, dem Stadium und der Ausprägung der Erkrankung ab. In frühen Stadien können regelmäßige Kontrollen und konsequente Wundversorgung ausreichen. Wichtig zu wissen: Wunden werden dann chronisch, wenn ihre Ursache – zum Beispiel Druck wegen einer Fehlstellung – nicht behoben wird. Achtung: Bei Infektionen ist schnelle Hilfe im Krankenhaus notwendig!
Beseitigung von Fehlstellungen
Um Druckspitzen durch Fehlstellungen zu verhindern, müssen Krallenzehen, Hammerzehen und andere Fehlstellungen korrigiert werden. Dies kann je nach Ausprägung durch orthopädische Einlagen, durch präventive kleine Eingriffe oder größere druckentlastende Operationen, bei denen Knochen abgetragen wird, erfolgen.
Beseitigung von Durchblutungsstörungen
Liegt dem diabetischen Fußsyndrom eine Durchblutungsstörung zugrunde, sind regelmäßige Kontrollen bei Angiolog:innen oder Gefäßchirurg:innen wichtig.
Wundversorgung
Wesentlich bei einem diabetischen Fuß ist die sorgfältige Wundversorgung bis zum Abheilen. Wunden müssen immer desinfiziert und zeitnah von Fachleuten kontrolliert werden. Bei chronischen Wunden können Verbandschuhe oder entlastende Orthesen die Heilung unterstützen.
Wichtig: Hilfsmittel, Schuhe und Einlagen müssen regelmäßig desinfiziert und gereinigt werden.
Einstellung des Blutzuckers
Ein richtig eingestellter Blutzucker trägt dazu bei, dass Gefäß- und Nervenschädigungen nicht fortschreiten. Achtung: Plötzlich entgleister Blutzucker kann ein früher Hinweis auf eine Infektion sein.
Einlagen und diabetesadaptierte Fußbettung
Die Wahl der richtigen Schuheinlagen für Diabetiker:innen hängt vom Schweregrad der Erkrankung und der Zielsetzung ab. Häufig kommen Schutzschuhe mit einer speziellen Weichbettung zum Einsatz. Diese fertigen unsere Orthopädietechniker:innen individuell in der Werkstatt an. Nach einer Druckanalyse wird diese Weichbettung anhand von dreidimensionalen Daten aus mehrschichtigem Material zusammengesetzt – in sogenannter Sandwich-Bauweise. Für mehr Informationen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.
Druckentlastung durch spezielle Schuhe
Neben Verbandschuhen oder Orthesen kommen je nach Situation auch Walker, Unterarmgehstützen oder ein Rollator infrage. Diabetiker-Schutzschuhe mit diabetesadaptierten Einlagen betten die Füße weich. Bei Fehlstellungen können orthopädische Maßschuhe angefertigt werden.
Hinweis
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Facharzt.
Häufig gestellte Fragen
Wie sieht ein diabetischer Fuß aus?
Das Aussehen hängt von Stadium und Grad der Erkrankung ab. Im Frühstadium kann der Fuß optisch gesund wirken, während sich später infizierte Wunden bilden.
Was ist ein diabetisches Fußsyndrom?
Ständig erhöhte Blutzuckerwerte verschlechtern die Durchblutung und schädigen die Nervenbahnen. Dabei können offene Stellen entstehen, die nur schwer abheilen – das diabetische Fußsyndrom.
Welche Symptome hat ein diabetischer Fuß?
Diabetes ist eine schleichende Krankheit. Die Symptome des diabetischen Fußsyndroms sind deshalb gerade zu Beginn sehr vage. Erste Hinweise können stärkere Schwielen oder eine veränderte Temperatur sein – der Fuß fühlt sich wärmer oder kälter an als gewohnt.
Wodurch wird ein diabetischer Fuß verursacht?
Der diabetische Fuß entsteht im Rahmen einer Diabeteserkrankung durch erhöhte Blutzuckerwerte. Der zugrunde liegende Mechanismus kann entweder eine Nervenschädigung (Polyneuropathie) oder eine Störung der Durchblutung sein.
Wie lässt sich ein diabetischer Fuß behandeln?
Regelmäßige Kontrollen durch Fachpersonal, sorgfältige Fußpflege, konsequente Wundversorgung und eine präventive Einlagenversorgung bilden die Basis der Behandlung. Je früher der Fuß professionell versorgt wird, desto wahrscheinlicher kann eine Amputation vermieden werden.
Wer ist mein Ansprechpartner bei Streifeneder zum Thema diabetischer Fuß?
Streifeneder bietet Patient:innen mit Diabetes einen angenehmen Rundum-Service an. Unser Experte steht Ihnen persönlich zur Seite und berät Sie kompetent und mit viel Einfühlungsvermögen. Nehmen Sie gerne direkt Kontakt mit uns auf!
Quelle
Leitlinien zum diabetischen Fußsyndrom. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Zur Detailansicht